Der Schaffner City Cup 2026 in Zürich
- Forch OK
- vor 3 Stunden
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Drei Etappen, zwei unterschiedliche Siegergeschichten
Drei Abende, drei Stadtteile, drei unterschiedliche Renncharaktere. Der Schaffner City Cup 2026 führte im März vom Triemli über den Kreis 4 nach Schwamendingen und bot über alle Etappen hinweg ein geschlossenes sportliches Bild. Die Bahnen waren technisch anspruchsvoll, die Felder gut besetzt, und die Serie entwickelte ihre Entscheidung erst im Finale.
Auftakt mit einer prägenden Szene
Die erste Etappe rund um das Schulhaus Letzi, auf einer neu aufgenommenen Karte von Urs Köhle, war noch geprägt von einer Mischung aus Quartier und Grünflächen. Mit 4,4 Kilometern für die Männer und 3,8 Kilometern für die Frauen lag die Strecke im klassischen Sprintbereich. Die Bahnlegung von Laurin Maurer verlangte saubere Routenwahl und konsequente Umsetzung.
Bei den Frauen ergab sich rasch ein klares Bild. Lisa Hubmann setzte sich früh ab und baute ihren Vorsprung im Verlauf der Bahn kontinuierlich aus. Bereits nach der ersten Etappe lag sie deutlich vor Sina Tommer und Mirjam Pfister. Dieser Abstand prägte die weitere Serie.
Bei den Männern fiel die Entscheidung punktueller. Auf dem Weg zu Posten 21 gerieten mehrere Favoriten in eine Sackgasse. Während Tobias Sterchi die beste Variante fand, verloren sowohl Tino Polsini als auch Benjamin Wey Zeit, Wey deutlich mehr. Polsini gewann in 18:43 Minuten, Wey folgte mit 1:05 Rückstand. Ein erheblicher Teil dieser Differenz entstand auf genau diesem Abschnitt.
Verdichtung im Kreis 4
Eine Woche später veränderte sich im Kreis 4 der Charakter des Rennens. Die Karte von Flurin Rettich und die von ihm gelegten Bahnen führten fast vollständig über Asphalt, waren kürzer und deutlich schneller.
Bei den Frauen bestätigte sich die bestehende Ordnung. Hubmann blieb im direkten Vergleich mit den späteren Hauptkonkurrentinnen die konstant stärkste Läuferin und verteidigte ihre Ausgangslage. Katrin Müller, die nicht zur ersten Etappe antrat, gewann knapp vor Deborah Stadler und Seline Sannwald.
Bei den Männern hingegen rückte alles zusammen. Timo Suter gewann in 15:24 Minuten, drei Sekunden vor Polsini und elf Sekunden vor Wey. Die Zwischenzeiten zeigen ein Rennen ohne klare Schlüsselstelle, aber mit zahlreichen kleinen Verschiebungen. Die Führung wechselte mehrfach, ohne dass sich jemand entscheidend absetzen konnte. Für die Gesamtwertung bedeutete das, dass Polsini vorne blieb, der Vorsprung jedoch gering blieb.
Finale in Schwamendingen
Das Finale wurde im Jagdstartformat ausgetragen. Die Rückstände aus den ersten beiden Etappen wurden halbiert, wodurch sich die Abstände sichtbar verdichteten. Die Karte stammte von Lukas Gasser, die Bahnlegung von Pascal Schärer. Das WKZ war gemütlich eingerichtet, dank unseres Presenting Partners Schaffner mit einer Lounge versehen.
Bei den Frauen blieb die Entscheidung an der Spitze klar. Hubmann startete mit Vorsprung und lief ein kontrolliertes Rennen. Der Abstand zu Sina Tommer und Mirjam Pfister vergrösserte sich im Verlauf der Bahn weiter.
Die Spannung verlagerte sich dahinter. Natalie Rütti verkürzte ihren Rückstand auf Mirjam Pfister Schritt für Schritt und überholte sie im letzten Drittel der Bahn. Gleichzeitig näherte sie sich auch Sina Tommer deutlich an. Aus über einer Minute Rückstand wurden im Ziel nur noch sieben Sekunden. Tommer behauptete Rang zwei knapp, Rütti wurde Dritte.
Bei den Männern entwickelte sich das Rennen anders. Tino Polsini startete mit 35 Sekunden Vorsprung auf Benjamin Wey und konnte diesen zunächst halten. Bis zur Rennhälfte blieb der Abstand nahezu unverändert. Nach acht Posten lag Wey noch immer rund 37 Sekunden zurück.
Erst danach kam Bewegung ins Rennen. Auf dem Weg zu Posten 9 gewann Wey über 40 Sekunden und übernahm die Führung. In der Folge blieb der Abstand zunächst klein und bewegte sich über mehrere Posten hinweg im Bereich von wenigen Sekunden bis knapp zwanzig Sekunden.
Die Entscheidung fiel erst später. Auf dem Weg zu Posten 16 gewann Wey nochmals deutlich Zeit und setzte sich entscheidend ab. Damit wurde die Serie bei den Männern im Finale gedreht. Im Ziel gewann er die Gesamtwertung mit 30 Sekunden Vorsprung auf Polsini.
Breite und Organisation
Neben den Hauptkategorien wurden auch die Kategorien OM und OK über alle drei Etappen geführt. In OM setzte sich Theo Degen durch, in OK gewann Alva Vadenbo die Gesamtwertung.
Die Organisation lag bei David Baumberger vom Forch OK und Thomas Frei von der OLG Zürich, mit dem Titelsponsor Schaffner AG. Die drei Etappen unterschieden sich bewusst in Gelände und Charakter, vom gemischten Auftakt über die urbane Verdichtung bis zum taktisch geprägten Finale.
Mit insgesamt 639 Starts und 337 verschiedenen Teilnehmenden war der Schaffner City Cup auch quantitativ gut besetzt. Viele Läuferinnen und Läufer nahmen an mehreren Etappen teil und gaben der Serie damit ihre Kontinuität.
Zwei unterschiedliche Verläufe
Rückblickend zeigt die Serie zwei unterschiedliche Entwicklungen. Bei den Frauen wird die früh etablierte Führung über alle Etappen hinweg bestätigt. Bei den Männern führt der gleiche Aufbau zu einer Wendung im entscheidenden Moment.
Der Schaffner City Cup 2026 entwickelte sich damit über drei Etappen hinweg und wurde am Ende auf der Strecke entschieden. Wir blicken voraus auf die dritte Austragung im 2027.



































