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Antwerpen Sprint O Meeting 2026

In aller Hergotts Frühe trafen sich am Dienstagmorgen zehn Nasen des Forch OK am Zürcher Hauptbahnhof, um die Reise nach Antwerpen anzutreten. Im Rahmen der ASOM standen nämlich die Testläufe für den Sprint Weltcup in Locarno an, weshalb sich unter der Reisegruppe vor Allem Elite-Athleten befanden. Zu diesem Zeitpunkt waren wir jedoch noch keine Konkurrenten, denn mit der Zugreise durch Deutschland hatten wir zuerst noch einen gemeinsamen Gegner zu besiegen. Verdächtigerweise zeigte sich die Deutsche Bahn jedoch als funktionierendes Verkehrssystem und wir kamen tatsächlich zur gewünschten Zeit in der Hafenmetropole an.


Den gemeinsamen Gegner besiegt: angekommen in Antwerpen
Den gemeinsamen Gegner besiegt: angekommen in Antwerpen

Trainingstechnisch verbrachten wir unsere ersten Tage in Antwerpen bei bestem Wetter mit einigen Footings und zwei Sprint-OL Trainings. Diese forderten uns nur bedingt, sorgten aber trotzdem für etwas Wettkampfstimmung und zusätzliches Selbstvertrauen. Ansonsten nutzten wir unser preiswertes Velo-Abo, um verschiedene Viertel ausserhalb der Altstadt zu erkunden und die einheimischen Verkehrsregeln strikt zu missachten.



Am Freitagabend galt es mit dem Prolog der ASOM das erste Mal ernst. Der Lauf führte durch kleinere Parks und verschiedene Neubauten im Süden der Stadt. Es galt sich für die richtigen Routenwahlen zu entscheiden und einen sauberen Sprintfluss zu finden. Bereits diese Worte klingen nach lauwarmer Suppe, doch tatsächlich bietet mir der Lauf leider wenig Berichtmaterial, deshalb hätte eine ausführliche technische Analyse in etwa den Unterhaltungswert einer Bedienungsanleitung. Vor allem auf die physische Stärke kam es nämlich an, und die Bereitschaft alles aus sich herauszuholen und auf jedem Meter Vollgas zu geben.



Mit dem Knockout Sprint hatten wir am Samstag einen langen Tag vor uns. Dieser begann wiederum mit einer sehr physischen Qualifikation mit einigen längeren Posten, auf welchen definitiv die Beine das Rennen machten. Für den Viertelfinal brauchte es eine Platzierung unter den ersten 12, die einem bei solchem Aufgebot nicht hinterhergetragen wurde. Im Viertelfinal wurden von uns bereits einige vom Dienst freigestellt, bei einem Blick auf die Startliste merkt man jedoch, dass man sich nicht allzu viel vorzuwerfen braucht.



Ich persönlich fand mich in der Quarantäne vor dem Viertelfinal in einer glücklichen Position, als ich feststellte, dass in meinem Heat nur 3 andere Gegner an den Start gehen würden. Die Restlichen zwei verloren das Rennen bereits vor dem Start. Der Plan lag auf der Hand: Wenig tun und viel profitieren. Heisst Tuomas Heikkilä und Timo Suter gar nicht erst beachten und den dritten Gegner um jeden Preis im Zielsprint abbeissen. Ich machte über sieben Minuten ausgesprochen wenig OL und die meisten Kartenkontakte widmete ich den letzten zwei Posten, um meine Attacke im richtigen Moment zu lancieren. Ich schaffte es den letzten Posten auf dritter Position zu stempeln und machte bis zur Ziellinie in einer stimmungsvollen Arena keine Geschenke mehr.



Nun stand ich also tatsächlich in diesem Halbfinal, über wessen Einzug ich zuvor nur Witze gerissen hatte. Ich machte mir keine falschen Hoffnungen und verlor spätestens nach dem frühen Map Flip endgültig die technische Übersicht. Ab da entwickelte sich den überschaubaren Orientierungsaufwand endgültig in einen Strassenlauf und ich konnte erst beim zweitletzten Posten wieder ausmachen wo ich mich befand. Immerhin brauchte ich mich beim Zieleinlauf nicht zu schämen, gegen solche Gegner geht man würdevoll unter.


 

Der letzte Akt der ASOM war ein Sprint in der Altstadt von Antwerpen. Zum ersten Posten wurde man mit einer längeren Routenwahl sofort ins kalte Wasser geworfen. Dann folgten einige kürzere und technische Verbindungen in verschiedenen Innenhöfen, bis sich das Rennen wieder mehr auf physischere Posten verlagerte. Wer früh startete hatte insofern Glück, dass sich noch weniger Leute in der Stadt befanden. Neben einigen wenigen Routenwahlen, folgte schon bald als nächste Herausforderung, in der Nähe der Kathedrale keine asiatischen Touristengruppen wegzuräumen. Abends wurde gemeinsam auswärts gegessen und gefeiert, schliesslich verbuchten wir als Team tolle Leistungen. Am nächsten Morgen traten wir die Rückreise nach Zürich an und stellten erneut fest, dass auch die Deutsche Bahn ungewohnt zuverlässige Tage hat.


 

Wir gratulieren unseren Forch OK Athleten Benjamin Wey und Pascal Schärer zu ihrer Weltcup Selektion und wünschen Ihnen bestes gelingen. Ebenfalls herzliche Gratulation an David Baumberger und Anna Gasser, die je als Ersatz selektioniert wurden.


Action-Bilder: ASOM-Organisation (Frank Weyler, Christophe Amerijckx & Lore Staes)

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